Erneuerte Website BDÜ ist online

Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) hat seine Website komplett erneuert. Sie ist moderner und übersichtlicher geworden.

Die Webseite ist von nun an auch auf Englisch und Französisch verfügbar.

Auf der Homepage befindet sich einen Link zur BDÜ-Mitgliederdatenbank. Hier finden Sie kostenlos Dolmetscher und Übersetzer. Sie können u.a. suchen nach Sprachkombination, Fachgebiet oder Wohnort.

Weitere praktische Links auf der Homepage führen zu aktuellen Stellenangeboten und zum breiten Angebot von Seminaren und Webinaren des BDÜ, die auch zugänglich sind für Nichtmitglieder.

Homepage Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer

Neue Homepage Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer

Als Übersetzerin zur Messe (3)

Der Besuch der Hannover Messe, gemeinsam mit meinem Kollegen Jan Schöntauf, liegt nun schon wieder zwei Wochen zurück. In meinen zwei früheren Beiträgen beschrieb ich, wie wir uns auf die Messe vorbereitet haben. Dieses Mal geht es um den eigentlichen Messebesuch.

Als ich in Hannover ankam, war es kalt, windig und regnerisch, was ich – so banal das auch klingen mag – als sehr unangenehm empfunden habe. Ohne Jacke von Halle zu Halle zu laufen, war zu kalt, aber drinnen war sie nur noch hinderlich und viel zu warm. Wohin also damit? Jeder Messeeingang verfügt zwar über eine eigene Garderobe, aber da man das Messegelände nicht unbedingt wieder am selben Punkt verlässt, sind doch einige logistische Überlegungen notwendig. Das gilt auch für die Wahl des Treffpunkts. Jan kam aus einer gänzlich anderen Richtung als ich. Zur vereinbarten Zeit befanden wir uns beide an einem Eingang, aber ungefähr einen Kilometer voneinander entfernt…

 

Messegelände Hannover © Jan Schöntauf

Messegelände Hannover © Jan Schöntauf

An die Arbeit

Nachdem wir die praktischen Probleme gelöst hatten, begannen wir eigentlich umgehend mit dem Abarbeiten unserer Listen mit den ausgewählten Unternehmen. Meistens kommen die Personen von den Ständen auf einen zu und nehmen einem die Überlegung ab, wie man am besten das Gespräch beginnt. Nur mal ein bisschen in der Broschüre blättern und sofort steht jemand neben einem. Was sich auch als sehr hilfreich erwiesen hat, waren unsere Badges, die unsere BDÜ-Mitgliedschaft zeigten. Das führte einige Male zu der direkten Frage, wer wir sind. Die E-Mails, die wir vorher verschickten, hatten dagegen überhaupt keinen Nutzen. Die können wir uns beim nächsten Mal sparen.

Am Anfang begannen wir die Gespräche noch mit einigen Fragen zu den Produkten, aber es zeigte sich schnell, dass es kein Problem war, direkt auf den Punkt zu kommen. Wir stellten uns sofort als Übersetzer vor, zeigten unser Interesse an der Branche und den Produkten des Ausstellers und fragten, ob es Bedarf an Übersetzungsdienstleistungen gibt.

Die Reaktionen waren sehr unterschiedlich, aber nie unangenehm und schon nach einigen Gesprächen war es viel einfacher, jemanden anzusprechen. Und trotzdem würde ich auch die nächste Messe gemeinsam mit einem Kollegen besuchen. Wenn man jemanden anspricht, ist man meistens nervös, sehr auf ein gutes Gespräch fixiert und auf eine gute Wirkung bedacht. Dadurch vergisst man Dinge und fragt manchmal nicht gut nach. Mit einem Kollegen hat man sozusagen einen Beobachter an der Seitenlinie dabei. Während ich probierte, das Gespräch zu führen, konnte Jan sich interessante Fragen einfallen lassen und kontrollieren, ob auch die Visitenkarten ausgetauscht worden waren. Außerdem konnten wir hinterher jedes Gespräch evaluieren und unsere Strategie weiter optimieren.

Ein Beispiel Die ersten Male nahm ich die von mir verschickte E-Mail als Ausgangspunkt für ein Gespräch. Dank der Beobachtung von Jan wurde schnell deutlich, dass dies nicht sonderlich effektiv war. Denn viele Personen, die ich per E-Mail kontaktiert hatte, waren bei der Messe nicht zugegen oder reagierten auf diese „Eröffnung“ nicht wie erhofft. In den folgenden Gesprächen brachte ich mein Anliegen daher schneller zur Sprache und hatte damit mehr Erfolg.

Ein anderes Beispiel Auf meiner Liste stand ein deutsches Unternehmen, das seinen Standort nah an der niederländischen Grenze hat und auch auf Messen in den Niederlanden ausstellt. Dieses Unternehmen verfügt aber nicht über eine Website und/oder Messematerialien in niederländischer Sprache. Während ich mich darauf konzentrierte, meinen Text herunterzubeten (es war das erste Unternehmen, das ich ansprach), hatte Jan von außen mehr Möglichkeiten, um mit einigen zielgerichteten Fragen in Erfahrung zu bringen, warum das Unternehmen keinen Bedarf an niederländischen Übersetzungen hat. Es stellte sich heraus, dass die Niederlande für dieses Unternehmen zwar ein wichtiger Handelsplatz sind, um ihre Produkte international zu vermarkten, jedoch keinen direkten Absatzmarkt darstellen. Diese Tatsache hätte ich so nie in Betracht gezogen und ich wäre nicht zu dieser Erkenntnis gelangt, wenn ich das Gespräch allein geführt hätte.

Niederländischer Zenstralstand (Holland Pavillon) © Jan Schöntauf

Niederländischer Zenstralstand (Holland Pavillon) © Jan Schöntauf

Und schließlich hatte ich auch das Gefühl, dass wir als „Duo“ unserem Anliegen mehr Präsenz verleihen konnten. Wir hatten so die Möglichkeit, uns mit einem breiteren Angebot vorzustellen (Dolmetschen, Übersetzen, zwei Sprachrichtungen) und professioneller aufzutreten.

Ergebnisse und Erkenntnisse

Wie erwartet, hat die Messe nicht unmittelbar zu konkreten Aufträgen geführt. Und die meisten Unternehmen von meiner Liste gaben an, auch in Zukunft keinen Bedarf an niederländischen Übersetzungen zu haben. Ein Argument, dass ich oft hörte, war, dass Niederländer ja sehr gut Englisch sprechen. Dem ist wenig entgegenzusetzen. Natürlich gibt es wichtige Argumente für Übersetzungen, aber es macht keinen Sinn, diese auf der Messe darzulegen. Meine Visitenkarte wurde aber einige Male mit der Bemerkung genommen, dass ab und an sehr wohl Bedarf an niederländischen Übersetzungen vorhanden ist. In den kommenden Wochen werde ich diese Unternehmen anrufen oder per E-Mail mit ihnen in Kontakt treten.

Jans Chancen sind etwas größer. Das kommt u.a. durch seine Sprachkombination Niederländisch-Deutsch. Da dieses Jahr die Niederlande Partnerland waren, gab es viele niederländische Unternehmen auf der Messe. Diese Unternehmen wollen ganz konkret Geschäfte in Deutschland machen und haben über kurz oder lang Bedarf an Übersetzungsdiensten. Für meine Sprachkombination Deutsch-Niederländisch galt das auf dieser Messe nicht. Wichtiges Fazit: Ich muss mich zukünftig auf Messen in den Niederlanden fokussieren, auf denen deutsche Unternehmen vertreten sind. Und am besten wären Messen, die als Schwerpunkt deutsch-niederländische Handelsbeziehungen haben.

Jan hatte zudem viele Start-up-Unternehmen auf seiner Liste. Einige reagierten sehr positiv auf unsere Anwesenheit und wollten sehr gern Visitenkarten austauschen. Wenn man als Übersetzer bei kürzlich gegründeten Unternehmen den Fuß in die Tür bekommt, ist das natürlich am besten. Meine Kunden stammen größtenteils aus etablierten Branchen. Ihre Geschäftsbeziehungen mit den Niederlanden bestehen oft schon seit Jahren und die meisten arbeiten daher schon mit Sprachdienstleistern zusammen. Das hat zu der Erkenntnis geführt, dass ich zukünftig eine neue Spezialisierung entwickeln muss. Dafür lieferte mir die Messe reichlich Ideen.

Aber auch wenn die Hannover Messe dieses Mal zu keiner konkreten Kundengewinnung führt, war der Messebesuch nicht umsonst. Ich habe viel über neue Entwicklungen und ihre ineinandergreifenden Zusammenhänge gelernt und das hat für mich einen großen Wert. Eine Messe ist der Platz schlechthin, um das größere Ganze zu entdecken, das man im Alltag nicht wahrnimmt. Von den Medien bekommt man alles stückchenweise präsentiert. Man liest über Entwicklungen, neue Produkte und Erfindungen, aber um genau zu erkennen, an welcher Stelle man als Übersetzer „einhaken“ kann, fehlt der Zusammenhang. Ich erläutere das gern etwas ausführlicher.

Auf der Messe präsentierte der niederländische Technologieverband FME/CMW dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte den Bericht Smart Industry. Dieser bietet genaue Informationen zum Entwicklungsstand von Industrie und Technologie in den Niederlanden sowie zu den Richtungen, in die sich Entwicklungen zukünftig bewegen werden. Er dient als Grundlage für politische und wirtschaftliche Entscheidungsprozesse in den Niederlanden. Andere Länder haben vergleichbare Programme, wie z.B. Deutschland (Industrie 4.0), die USA (NNMI) und Dänemark (MADE). Die Präsentationen, die ich während der Messe gesehen habe, über das, was auch die vierte industrielle Revolution genannt wird, halfen mir, all die losen Stückchen, die man täglich verabreicht bekommt, zu einem Ganzen zusammenzufügen. Und dann sieht man auf einmal die Märkte der Zukunft, die für Übersetzer interessant sein könnten. Im Nachhinein gesehen ist dies vielleicht das wertvollste Resultat meines Messebesuchs in Hannover.

Bericht Smart Industry

Bericht Smart Industry

Fazit

Für Übersetzer ist es sinnvoll, ab und zu eine Messe zu besuchen. Es erweitert den Horizont und sorgt dafür, dass man in der eigenen Arbeit mitwächst und auf dem aktuellen Stand der Entwicklungen bleibt. Außerdem bietet eine Messe gute Möglichkeiten, potentielle Kunden ausfindig zu machen, z.B. durch ausführliche Ausstellerlisten. Die stellen eine hervorragende Grundlage für Vorakquise dar, ein Prozess, auf den ich bei näherer Betrachtung mehr Nachdruck hätte legen müssen. Und noch wertvoller ist die Erkenntnis, dass ein wichtiger Teil des Akquiseprozesses schon lange vor dem Messebeginn stattfinden muss. Auf diese Weise lässt sich bereits herausfinden, wer Interesse hat und wer nicht und man kann interessierte Unternehmen mit konkreten Angeboten für sich gewinnen. So kann man einen Bedarf erfüllen, bevor der potentielle Kunde diesen als solchen erkannt hat. Das schafft einen Zugewinn für beide Seiten. Das Gespräch am Messestand kann dann dafür genutzt werden, den ersten telefonischen Kontakt zu erweitern und zu vertiefen. Natürlich muss der Kontakt nach der Messer weiter gehalten werden.

Ich habe mich noch nicht mit dem Follow-up beschäftigt, aber ich kann jetzt eigentlich schon konstatieren, dass ein Messegespräch ohne ausführliche vorherige Akquisetätigkeiten nicht das Gewünschte einbringt, außer der Messerahmen ist optimal (Niederlande Partnerland) und man konnte die richtigen Kunden (Start-up-Unternehmen oder Unternehmen, die beabsichtigen, in den Niederländischen Markt einzusteigen) und Branchen (neue Märkte) herauspicken.

Lesen Sie in meinem vierten und letzten Beitrag: Das Follow-up

Als Übersetzerin zur Messe (2)

Vor einigen Wochen fragte mich mein Kollege Jan Schöntauf, ob ich mit auf die Hannover Messe gehen wolle. Bei Fortbildungen und Kongressen für Übersetzer werden Messebesuche oft als wichtige Akquiseform genannt, daher brauchte ich über Jans Vorschlag nicht lange nachzudenken. Auch ein dritter Kollege fand die Idee gut, und nachdem wir die Vor- und Nachteile sowie einige praktische Fragen besprochen hatten, stand unser Entschluss fest. Wir gehen auf die Messe.

In meinem ersten Beitrag zum Thema Messebe such habe ich mich mit einigen allgemeinen Fragen beschäftigt, wie z.B. Zielstellungen, Erwartungen, die Zusammenarbeit mit Kollegen, persönliches Auftreten und die eigene Ausstrahlung. Außerdem habe ich erklärt, warum es wichtig ist selektiv zu sein, und wie eine erste Auswahl potentieller Kunden getroffen werden kann. In diesem Beitrag geht es um die wirkliche Arbeit: die Vorakquise.

 

© Deutsche Messe

© Deutsche Messe

Das richtige Druckmittel

Akquise ist beängstigend. Die meisten Menschen schieben sie gern endlos vor sich her. Darum ist es wichtig, für ein Druckmittel zu sorgen. Meine Kollegen und ich hielten jede Woche zur gleichen Zeit eine Telefonkonferenz. Es gab somit feste Termine, um den Fortgang zu besprechen, neue Ideen auszutauschen und die Sache am Laufen zu halten. Wenn zwei andere mit von der Partie sind, wird es schwieriger, um sich mit einer faulen Ausrede zu drücken.

Die Auswahl verfeinern

Auf der Hannover Messe gibt es ca. 6000 Aussteller. Eine erste grobe Auswahl ist daher unerlässlich. Bei mir ergab diese erste Auswahl eine Liste von ca. 100 Unternehmen. Und das war immer noch zu viel. Durch einen kurzen Blick auf die Websites dieser Unternehmen war es möglich, die Auswahl auf ca. 40 Firmen zu begrenzen. Bei einigen Firmen sprach mich die Website nicht an oder ich fand das Produkt bei näherer Betrachtung doch nicht interessant genug. Andere wiederum hatten bereits eine gut gestaltete niederländische Website. Und bei einigen sagte mein Gefühl, dass es auf die eine oder andere Weise nicht passte.

Es ist wichtig, sich bei der Auswahl auf das eigene Gefühl zu verlassen. Akquise stellt an sich schon eine hohe Hürde dar und das Letzte, was man braucht, sind weitere Hindernisse. Diese Arbeit soll ja weiterhin angenehm bleiben. Scheuen Sie sich daher nicht eine Firma von Ihrer Liste zu streichen, wenn Sie die Website generell nicht einladend finden oder die in der Rubrik „Über uns“ abgebildete Person einen unsympathischen Eindruck macht.

Anrufen oder eine E-Mail schicken?

Während der Vorbereitungen wurde für mich immer deutlicher, dass es besser ist, das Unternehmen vor der Messe anzurufen. Aber das ist auch der unangenehmste und zeitraubendste Teil. Wenn Sie sich dafür entscheiden, ein Unternehmen anzurufen, beginnen Sie dann zu Übungszwecken mit einem kleineren Unternehmen. Desweiteren ist zu empfehlen, sich vorher umfassend zu informieren: Welche Produkte bietet die Firma an? Welche aktuellen Entwicklungen sind interessant und bieten diese Anknüpfungspunkte für ein Gespräch? Wie präsentiere ich mich und komme ich schnell auf den Punkt? Und was noch wichtiger ist: Was will ich mit dem Gespräch erreichen? Besteht Ihr Ziel darin, einen Termin mit einem Ansprechpartner auf der Messe zu vereinbaren, vorzufühlen, ob die Firma Interesse am niederländischen Markt (und für Ihre Dienstleistung) hat oder wollen Sie vielleicht sogar probieren, einen Auftrag direkt zu akquirieren? Was immer Ihr Ziel auch ist, konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche und sorgen Sie dafür, dass der Kundennutzen immer im Mittelpunkt steht.

Meine Erfahrung ist, dass die Entscheidung anzurufen, sehr davon abhängt, wie viel Zeit noch bis zum Messebeginn zur Verfügung steht. Wir haben uns ziemlich spät dazu entschlossen, die Messe zu besuchen. Zwei Monate scheint viel, ist aber nicht genug. Man darf nicht vergessen, dass die Arbeit wie gewohnt weitergeht und dass die Vorbereitung für den Messebesuch zusätzlichen Aufwand bedeutet. Arbeit, die nebenbei getan werden muss. Zwei Monate sind dann schnell vorbei und wir wissen alle, wie das geht. Ein Haufen Arbeit ist die beste Entschuldigung, um so etwas Unangenehmes wie Akquise beiseitezuschieben. Wir sagen uns lieber: „Das kann ich auch später noch machen“.

 

© Wiki Commons / RaBoe

© Wiki Commons / RaBoe

Aber es gibt noch einen anderen Grund, um so früh wie möglich anzufangen: Ihr Service kann mehr umfassen. Lange vor Messebeginn ist die Chance größer, dass ein potentieller Kunde bei der Vorbereitung seines Präsentationsmaterials Ihre Dienstleistung in Anspruch nimmt. Sie können ihm also ein konkretes Angebot unterbreiten. Ein oder zwei Wochen vor der Messe ist das viel schwieriger. Es wird bestimmt noch Kunden geben, die noch Bedarf an Übersetzungen haben, aber die Zeit wird nicht mehr reichen, um diese zu erstellen und noch drucken zu lassen. Ihr Angebot muss sich deshalb mehr auf die Zeit nach der Messe richten. Aber das ist für den Kunden noch weit weg. Er muss erst schauen, was die Messe für Ergebnisse erzielt.

Trotzdem haben wir einige Telefonate geführt. Die Resultate waren sehr unterschiedlich, bei einigen Unternehmen ging niemand ans Telefon, andere hatten kein Interesse und ein Unternehmen erteilte einen konkreten Auftrag. Die Telefonate waren eine gute Übung und alle Gespräche waren angenehm. Zu merken, dass am anderen Ende der Leitung auch nur normale Menschen sitzen, die solch einen Akquiseversuch nicht merkwürdig finden, ist eine wichtige Erfahrung, denn wir denken immer schnell, dass wir uns aufdrängen und dass andere kein Bedarf an unserer Dienstleistung haben.

Weil der Messebeginn so kurz vor der Tür stand, beschlossen wir, den ausgewählten Firmen per E-Mail unseren Besuch am Messestand anzukündigen. Dadurch hatten wir die Möglichkeit, unsere Daten schon mal beim Kunden zu hinterlassen. Desweitern können wir die Mail als Anlass verwenden, um am Messestand ins Gespräch zu kommen. Außerdem hoffen wir, dass der Kunde vielleicht angeregt wird, um über eine niederländischsprachige Unternehmenspräsentation nachzudenken.

Nicht den Mut verlieren!

Wenn man im Vorhinein mit dem Unternehmen Kontakt aufnimmt, besteht eine reelle Chance, dass man abgewiesen wird. Das ist natürlich nicht schön, aber noch lange kein Drama. Es erspart einem ein Gespräch am Stand, bei dem nichts herauskommt und es gibt mehr Zeit, um seine Aufmerksamkeit auf andere Kunden oder Messeevents zu richten. Betrachten Sie es daher als eine Möglichkeit, Ihre Auswahl weiter zu verfeinern.

Ein Gespräch am Messestand

Es ist sinnvoll darüber nachzudenken, wie man das Gespräch am besten führen kann, aber von detaillierten Gesprächsentwürfen verspreche ich mir nichts. Jeder Kunde ist anders und es hängt viel von der Situation oder dem Moment ab. Was man machen kann, ist ein sogenannter Elevator Pitch ausarbeiten. Das ist eine kurze Präsentation, mit der man sich kurz und bündig darstellt: wer man ist, was man macht und welchen Nutzen der Kunde von der Dienstleistung hat. Außerdem ist es ratsam, von jedem Kunden einige Angaben zusammenzustellen, wie z.B. den kompletten Namen des Unternehmens, die Namen von eventuellen Kontaktpersonen auf der Messe und beim Unternehmen (herauszufinden auf der Website der Hannover Messe oder direkt beim Unternehmen), Branche, Produktpalette, Messestandplatz, relevante Entwicklungen oder andere Informationen, mit denen man im Gespräch sein Interesse am Unternehmen zeigen und seine Sachkenntnis zum Ausdruck bringen kann. Stellen Sie im Gespräch nicht sich selbst sondern die Kundenbedürfnisse in den Mittelpunkt und überlegen Sie sich schon vorher, welche Ergebnisse das Gespräch erzielen soll.

 

© Wiki Commons / RaBoe

© Wiki Commons / RaBoe

Rechnen Sie damit, dass die meisten Mitarbeiter am Stand mit dem Einkauf von Übersetzungsdienstleistungen nichts zu tun haben. Ein konkreter Übersetzungsauftrag ist daher nicht zu erwarten. Ein Gesprächsziel kann sein, zu erfahren, ob der Kunde zukünftig auch in Ihrer Zielsprache in Erscheinung treten will. Man kann auch probieren herauszufinden, welche tatsächlichen Bedürfnisse das Unternehmen im Bereich internationaler Kommunikation hat. Ein weiteres Ziel kann sein, Namen, Telefonnummern und E-Mailadressen von Mitarbeitern zu erhalten, die innerhalb des Unternehmens für Marketing und PR verantwortlich sind. Letztendlich kann man einen Stand aber auch besuchen, um sich über die aktuellen Entwicklungen innerhalb der Branche zu informieren, in der man spezialisiert ist.

Was bei meinen Gesprächen letztendlich herauskam, können Sie in meinem folgenden Beitrag über den Messebesuch lesen.

Tipp:

Eintrittskarten sind meistens gratis erhältlich, z.B. über die Handelskammer, Branchenverbände oder direkt bei den Unternehmen, die auf der Messe ausstellen.

Hier erhalten Sie noch Karten für die Hannover Messe, aber auch für die CeBIT und die CeMAT.

BDÜ und Uni Hildesheim organisieren Mechatronik-Seminar für Übersetzer

Vom 9. bis 11. Oktober 2014 bieten die BDÜ Weiterbildungs- und Fachverlags GmbH in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern des Instituts für Technik und des Instituts für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Stiftung Universität Hildesheim ein Fachseminar an zum Thema Mechatronik mit Schwerpunkt Fördertechnik.

Erfahrene Fachleute vermitteln Grundlagen- und Anwendungswissen zu technischen und fachsprachlichen Fragestellungen im Bereich der Mechatronik und insbesondere der Fördertechnik.

Die jährliche Seminare sind sehr beliebt. Buchen Sie also rechtzeitig.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Rollenförderer mit Staufunktion für den Transport von Kartons und Behältern. © Kay-Uwe Rosseburg

Rollenförderer mit Staufunktion für den Transport von Kartons und Behältern.
© Kay-Uwe Rosseburg

 

 

Konferenz im niederländischen Nieuwegein zum Thema neue Technologien in der Übersetzerbranche

Am 4. April 2014 organisiert das niederländische Institut für ständige Weiterbildung für Dolmetscher und Übersetzer OCPE eine eintägige Konferenz zum Thema: „Übersetzertechnologien – Chance oder Bedrohung?“. Experten aus dem In- und Ausland präsentieren die neuesten Entwicklungen u.a. aus dem Bereich maschinelle Übersetzung, Lokalisierung, soziale Medien und Übersetzungssoftware.

 

Konferenz OCPE Übersetzen und TechnologieDie Konferenz ist ein unbedingtes Muss für Übersetzer, die neue Technologien bislang nicht in ihren Arbeitsprozess integriert haben, entweder aus Angst vor Veränderung oder aus einer gewissen Abneigung gegenüber diesen Technologien. Das betrifft eine ziemlich große Gruppe von Übersetzern.

Neue Technologien mit einzubeziehen bedeutet, gewohnte Arbeitsweisen zu verändern und neue Herausforderungen anzugehen. Und das wiederum bedeutet: nach draußen zu gehen und sich weiterzubilden. Viele Übersetzer würden diese Hürde gerne nehmen, aber schieben es immer wieder vor sich her.

 

Doch wer bereit ist, diesen Schritt zu tun, wird schnell merken, dass die neuen Technologien weniger bedrohlich sind als oft angenommen wird, und dass sie sogar eine wahre Bereicherung darstellen können. Jede Bedrohung bietet auch Chancen, die man sehen und nutzen kann, indem man sich informiert. Dafür ist die OCPE-Konferenz ein erster wichtiger Schritt.

Mehr Informationen auf Englisch zu Adresse, Kosten und Programm finden Sie hier:

http://conferentie.ocpe.nl/en/

Als Übersetzerin zur Messe (1)

In der Welt des Übersetzens löst das Wort Akquise oft gemischte Gefühle aus. Die meisten Übersetzer verstecken sich lieber hinter ihrem Schreibtisch, als dass sie auf potentielle Kunden zugehen und bei ihnen für ihre Dienstleistung werben. Das ist schade, denn so picken sich die Übersetzerbüros die besten Rosinen heraus. Und viele Übersetzer geben sich damit zufrieden, denn so müssen sie ihren Arbeitsplatz nicht verlassen oder Telefonate führen, bei denen sie unsicher sind. Sie werden kontinuierlich mit Arbeit versorgt. Schön. Aber wer einen guten Kundenstamm mit herausfordernden und gutbezahlten Aufträgen möchte, muss über seinen Schatten springen. Beängstigend? Ja, natürlich! Aber gemeinsam mit anderen kann Akquise auch Freude machen. Dieses Jahr habe ich mit zwei Kollegen den Stier bei den Hörnern gepackt. Wir gehen auf die Messe!

 

Vor einigen Wochen fragte mich ein Kollege, ob ich mit auf die Hannover Messe gehen wolle. Die Hannover Messe ist die größte Industriemesse der Welt. Hier kommen jedes Jahr im April Unternehmen aus der ganzen Welt zusammen, um ihre Produkte im Bereich Industrieautomation, Energie- und Umwelttechnologie und Industrielle Zulieferung zu präsentieren.

Und warum ausgerechnet die Hannover Messe?

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© Hannover Messe

Wir sind Übersetzer und Dolmetscher mit der Sprachkombination Deutsch-Niederländisch oder Niederländisch-Deutsch und übersetzen bzw. dolmetschen hauptsächlich für Auftraggeber aus Branchen, die auf der Hannover Messe vertreten sind. Aber was die Messe für uns besonders interessant macht, ist die Tatsache, dass die Niederlande in diesem Jahr Partnerland der Hannover Messe sind. Unter dem Motto „Global Challenges, Dutch Solutions“ möchten die Niederlande auf der Messe ihren Bekanntheitsgrad als Land von Innovation und Kreativität erhöhen. Daran möchten wir anknüpfen.

Schön, aber zahlt sich so ein Messebesuch denn auch aus?

Das weiß man natürlich immer erst danach. Und es hängt ganz entscheidend von den Zielen und der Vorbereitung ab. Besucht man die Messe, um neue Kunden zu gewinnen, um die eigene Branchenkenntnis aufzufrischen oder um sich als Übersetzer/Dolmetscher einen Überblick darüber zu verschaffen, was auf einer Messe so passiert?

Wenn Sie noch nie auf einer Messe waren, dann setzen Sie Ihre eigene Zielvorgabe nicht zu hoch an. Nehmen Sie sich einen Tag Zeit, um erst einmal herumzuschauen. Das ist besonders zu empfehlen, wenn es sich um eine so große Messe wie die in Hannover handelt. Man bekommt dann ein Gefühl für die Dimension (ca. 200.000 Besucher und ca. 6000 Aussteller in 27 Ausstellungshallen auf mehreren Quadratkilometern), für die Branchen und die Menschen an den Messeständen. Man geht wahrscheinlich nach Hause, ohne neue Kunden akquiriert zu haben, dafür aber mit einer Tasche voller Informationsmaterialien und vielen wichtigen, neuen Einblicken.

Und die kann man sehr gut gebrauchen, wenn man ein Jahr später wieder auf der Messe ist, um gezielte Akquise zu betreiben. Denn schließlich birgt die Messe eine große Ressource an potentiellen Kunden. Aber wenn man aus dieser schöpfen will, sind entsprechende Vorbereitungen und – nicht zu vergessen – ausführliche Nachbereitungen nötig. Ob letztendlich wirklich Kundengewinnung erreicht werden kann, bleibt offen. Aber man kann dem Glück ja ein bisschen nachhelfen.

 

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© Hannover Messe

Allein oder mit anderen?

Wenn es nur darum geht, sich einen Überblick zu verschaffen, dann geht das problemlos allein. Man kann dann prima sein eigenes Tempo bestimmen und überall so lange schauen, wie man will. Dann merkt man auch, wie einfach es ist, mit jemandem ins Gespräch zu kommen. Andererseits merkt man aber auch, wie ungewohnt und merkwürdig es sein kann, um sich als Übersetzer/Dolmetscher anzupreisen und wie schwierig es ist, als sein eigener Verkäufer aufzutreten.

Geht es hauptsächlich um Kundengewinnung, ist es effektiver und auch netter, wenn ein oder mehrere Kollegen dabei sind. Man kann sich gegenseitig ermutigen und während des Gesprächs unterstützen. Außerdem ist es zu zweit oder zu dritt einfacher, die Aufmerksamkeit der Verkäufer zu wecken und vor allem zu halten. Letzteres lässt nämlich schnell nach, wenn die Verkäufer merken, dass man kein potentieller Kunde ist.

Aber auch bezüglich der vielen Vorbereitungen ist eine Zusammenarbeit mit Kollegen von großem Vorteil. Und natürlich nicht zuletzt, was das professionelle Auftreten anbelangt. Es bietet einem Unternehmen Sicherheit, wenn man sich als Netzwerk und nicht als Einzelkämpfer darstellt.

Das Wichtigste ist eine professionelle Präsentation

Wie bereits gesagt, ist es wichtig, sich als Netzwerk zu präsentieren. Tun Sie sich dabei mit Kollegen zusammen, die die gleiche Sprachkombination haben. Gut ist auch, wenn nicht nur Übersetzer sondern auch Dolmetscher ins Boot geholt werden können, denn auf diese Weise kann ein breites Leistungsspektrum abgedeckt werden. In unserem Netzwerk arbeiten wir folgendermaßen: Übersetzen und Dolmetschen aus dem Niederländischen ins Deutsche und umgekehrt nach Vier-Augen-Prinzip sowie Muttersprachenprinzip.

Aber noch wichtiger ist es, mit Kollegen zusammenzuarbeiten, denen man vertraut, die die gleichen Qualitätsstandards und die gleiche Arbeitsweise haben. Man muss nicht nur gemeinsam auf die Messe, sondern sich auch danach auf den anderen verlassen können.

Sorgen Sie dafür, dass jeder über professionelle Visitenkarten verfügt. Heutzutage ist es nicht mehr so kostspielig, um solide Visitenkarten drucken zu lassen. Sparen sie nicht an der Qualität. Diese Visitenkarte ist Ihre Visitenkarte!

Haben Sie eine Website? Wenn nicht, lassen Sie eine erstellen. Bei einem kleinen Budget reicht es, wenn diese nur eine Seite hat. Diese sollte deutliche Informationen zur Person, Sprachkombination(-en) und Spezialisierung(-en) enthalten. Auch ein Foto sollte nicht fehlen. Kein Urlaubsbild, sondern mindestens ein gutes Passfoto, welches Professionalität ausstrahlt. Sollte ein Unternehmen nach der Messe zu Ihrer Visitenkarte greifen, hilft ein Foto auf der Website um dem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Außerdem: Wollen auch Sie nicht lieber sehen, mit wem Sie es zu tun haben?

Wenn Sie sich mit dem Gestalten von Websites nicht auskennen, lassen Sie einen Profi heran. Denn nichts stößt potentielle Kunden mehr ab, als eine Website, die hinten und vorne nicht stimmt und auf der allerlei Schnickschnack den Blick auf das Wesentliche verstellt. Auch hier sollte besser nicht an der Qualität gespart werden.

Auf die Herstellung von Flyern haben wir nach kurzer Überlegung verzichtet, denn diese landen höchstwahrscheinlich im Papierkorb. Mit einer Visitenkarte passiert das nicht so schnell. Und wenn auf dieser auch der Name der Website steht, dann ist das eigentlich ein digitaler Flyer.

 

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© Ra Boe/Wikipedia

Welcher Messetag eignet sich am besten?

Bei mehrtägigen Messen ist es sinnvoll, sich die beste Zeit herauszupicken. Bei der Hannover Messe ist der erste Tag interessant, weil die Niederlande als Partnerland am Eröffnungstag besonders im Mittelpunkt stehen. Praktisch, um daran anzuknüpfen. Aber am ersten Tag muss man damit rechnen, dass die Verkäufer besonders auf Kundengewinnung und Kaufabschlüsse fixiert sind. Als Übersetzer ist man im Prinzip nicht interessant und kann freundlich, aber schnell, abgewimmelt werden. Doch an diesem Tag sind die meisten Verkäufer enthusiastisch und noch voller Elan.

Das ist an den letzten Tagen oft nicht mehr so. Die meisten Deals sind dann abgeschlossen und die Verkäufer möchten langsam wieder nach Hause. Auch herrscht an den Ständen weniger Gedränge und die Verkäufer haben etwas mehr Zeit. Das erhöht die Chancen auf ein längeres Gespräch.

Aber letztendlich kommt es darauf an, ob man gut vorbereitet und in der Lage ist, selber ein gutes Verkaufsgespräch zu führen.

Tipp: Kümmern Sie sich rechtzeitig um Übernachtungsmöglichkeiten, z.B. auf  www.airbnb.com.

Eine Auswahl ist wichtig

Es hat wenig Sinn, alle Stände abzuklappern und zu schauen, welche denn interessant sein könnten. Ein oder selbst zwei Tage sind viel zu kurz und die Füße werden es Ihnen übel nehmen. Treffen Sie daher vorher eine Auswahl an Unternehmen, die für Sie als Kunde interessant sein könnten.

Auf fast allen Messe-Websites findet sich eine Übersicht der Branchen und Aussteller. Oft sind auch Informationen zum Herkunftsland des Unternehmens und dessen Website zu finden. Auf der Website der Hannover Messe kann man eine sehr hilfreiche Suchfunktion nutzen, mit der man nach Branche, Produktgruppe oder Produkt filtern kann.

Machen Sie eine erste grobe Auswahl und schauen Sie sich dann die Websites der selektierten Unternehmen an. Passt das Unternehmen wirklich zu Ihrem Profil? Ist das Unternehmen in Ihrem Land tätig oder gibt es Anzeichen, dass dies in Zukunft geplant ist? Gibt es die Unternehmenswebsite bereits in Ihrer Muttersprache? Kann man auf der Website Namen von eventuellen Kontaktpersonen herausfinden?

Verfeinern Sie die Auswahl, sodass letztendlich 20-30 Unternehmen übrigbleiben. Das ist die Basis für die nächsten Schritte. Wohin diese führen, lesen Sie in meinem nächsten Blog.

Das nächste Mal:
– Akquise vor der Messe
– Ein Gespräch am Messestand

20. FIT-Weltkongress für Übersetzer, Dolmetscher und Terminologen

Vom 4. – 6. August 2014 findet in Berlin das 20. FIT-Weltkongress für Übersetzer, Dolmetscher und Terminologen statt. Das diesjährige Thema lautet: Im Spannungsfeld zwischen Mensch und Maschine – Die Zukunft von Übersetzern, Dolmetschern und Terminologen. Das Programm umfasst etwa 180 Vorträge und Podiumsdiskussionen und 11 Kurzseminare. Außerdem gibt es eine Fachmesse und eine Stellenbörse.

Veranstaltungsort des 20. FIT-Weltkongresses ist der Henry-Ford-Bau der Freien Universität Berlin. Sie können sich online unter www.FIT2014.org anmelden und noch bis zum 30. April 2014 die günstigen Frühbuchertarife nutzen.

Mehr auf:
www.FIT2014.org
www.bdue.de

FIT-Weltkongress 2014 Berlin

BDÜ bietet Übersetzern hervorragende Seminare zum Thema Fahrzeugtechnik

Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e. V. (BDÜ) bietet 2014 hervorragende Zweitagesseminare zum Thema Fahrzeugtechnik für Übersetzer an. Im Dezember 2013 nahm ich an diesem Seminar teil und ich kann es jedem Deutsch-Niederländisch Übersetzer, mit (zukünftigem) Schwerpunkt technische Übersetzungen, nur wärmstens empfehlen.

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Die 4 Positionen eines Viertaktmotors: ansaugen, verdichten, arbeiten, ausstoßen

Das Seminar Fahtzeugtechnik, das von Axel Dockhorn geleitet wird, ist nicht nur lehrreich sondern auch sehr unterhaltsam. In einem der Tagungsräume des President Hotels in Berlin waren auf mehreren Tischen Fahrzeug- und Motorteile verteilt. Angefangen mit Kolben, über Stoßdämpfer und Scheibenbremsen, gab es auch komplette Motorblöcke als Anschauungs- und Erklärungsmaterial. Axel Dockhorn hatte Kisten voller Material mitgebracht, um seine Darlegung lebendig zu gestalten und den teilnehmenden Übersetzern auch praktisch zu demonstrieren, womit sie sich in ihren Übersetzungen befassen. Aber das ist noch nicht alles. Er entpuppte sich schnell als echter Autofreak, der mit Enthusiasmus erzählt und erklärt. Von Beruf Ingenieur, kann er mit unzähligen Praxisbeispielen aufwarten. Außerdem weiß er, welche Anforderungen diese Texte an Übersetzer stellen, denn seine Frau Renate ist selbst Übersetzerin und innerhalb des BDÜ aktiv. So hat er umfassenden Einblick in die Kenntnisse und Informationen, die Übersetzer für diese Fachtexte brauchen und kann explizit auf diese Bedürfnisse eingehen. Auf dem Tisch liegt dann auch bei jedem Anschauungsobjekt ein Stapel mit nützlichen Informationsmaterial, das Terminologielisten (Englisch-Niederländisch), Broschüren mit nützlichen Abbildungen sowie CDs und DVDs mit wichtigen Fachtexten und Animationen bereithält. Und alles zum Mitnehmen.

Das Seminar besteht aus zwei Teilen, die auch unabhängig voneinander gebucht werden können:

1) Motortechnik/Verbrennungsmotoren
2) Fahrwerkstechnik

Am ersten Tag wird erklärt, wie ein Verbrennungsmotor funktioniert und die Teilnehmer lernen die verschiedenen Teile kennen. Am zweiten Tag dreht sich alles um Radaufhängung und Lenkeinrichtung von Fahrzeugen. Wenn die Zeit es zulässt, erzählt Dockhorn auch noch Wissenswertes über Felgen und Reifen sowie über die verschiedenen Typen von Federungen. Auf alle Fragen wird enthusiastisch und kompetent eingegangen, so dass das Seminar keine Wünsche offenlässt.

Wer Interesse an diesem Seminar hat, findet auf der Website des BDÜ weitere Informationen bezüglich Termine, Kosten und Veranstaltungsorte. Gehen Sie dazu auf www.bdue.de und klicken Sie in der Menüleiste links auf Seminare.

Gründe für eine Übersetzung aus dem Deutschen ins Niederländische

„Dolmetscher und Übersetzer sind die Brücke zum Auslandskunden“, erklären Johann Amkreutz, Präsident des Bundesverbands der Dolmetscher und Übersetzer e. V. (BDÜ) und Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW). Beide Verbände wurden 2008 Partner.

„Der typische deutsche Mittelständler ist heute im Schnitt auf mehr als einem Dutzend Auslandsmärkten präsent“, meint Ohoven. „Da ist sprachliche Kompetenz mehr denn je gefragt.“

Übersetzungen – wichtig für Ihren Erfolg

Jedes Unternehmen, das neue Auslandsmärkte betreten möchte, muss sich die Frage stellen, ob es seine Dienstleistungen nur auf Englisch oder auch in der entsprechenden Landessprache anbietet.

Häufig entscheiden sich Firmen für die erste Option. Vor allem deutsche Firmen, die auf den niederländischen Markt zielen, unterschätzen die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschen und Niederländern, weil die Niederlande praktisch ‚um die Ecke‘ liegen. Außerdem gehen sie davon aus, dass es in den Niederlanden ausreicht, in der englischen Sprache präsent zu sein. Sie verzichten daher auf eine Übersetzung in die niederländische Sprache.

Diverse Studien aber zeigen, dass die Realität eine andere ist. Sie belegen, dass es die meisten Menschen vorziehen, Produkte und Dienstleistungen in der eigenen Sprache zu beziehen – und Niederländer sind da trotz ihres Rufes als sprachbegabtes Volk keine Ausnahme. Eine Übersetzung ist für Sie deshalb kein Luxus, sondern notwendig und sinnvoll, um in den Niederlanden erfolgreich zu sein.

Fakten für eine Übersetzung

Firmen brauchen oft konkrete Daten, um den Einkauf von Übersetzungen zu begründen. Diese liegen vor. Die ELAN-Studie im Auftrag der Europäischen Union belegt zum Beispiel, dass kleine- und mittelständische Unternehmen, die in Sprachdienstleistungen investieren, einen um 44,5 Prozent höheren Exportumsatz erzielen. Den Firmen, die auf Übersetzungen und andere Sprachdienstleistungen verzichten, entgehen dagegen Exportaufträge.

Was die Niederlande betrifft, so zeigt eine weitere EU-Studie überraschend, dass 76 Prozent der niederländischen Internetnutzer beruflich in der niederländischen Sprache und nicht in einer Fremdsprache kommunizieren. Außerdem belegt die Studie, dass 45 Prozent der niederländischen Internetnutzer niemals in einer anderen Sprache als in der niederländischen in E-Shops bestellen. Damit gibt der niederländische Verbraucher E-Commerce in der niederländischen Sprache den Vorzug.

Der Einfluss von Sprache auf das Online-Kaufverhalten ist entscheidend. Das untermauert eine amerikanische Studie in acht nicht-englischsprachigen Ländern. Statistische Tests weisen demnach einen starken Zusammenhang zwischen Verweildauer auf Webseiten in der eigenen Sprache und dem tatsächlichen Kauf nach. Eine professionelle, hochwertige Übersetzung zahlt sich daher für Sie in jeder Hinsicht aus.

Vertrauen aufbauen mit Übersetzungen

Die Niederländer sind in ihrem Kaufverhalten sehr kritisch. „Genau schauen und vergleichen“ (kijken en vergelijken) ist hier das Motto, denn nicht nur der Preis muss stimmen, sondern auch die Qualität und die Dienstleistung. Und von dieser lassen sich die Niederländer am häufigsten in der niederländischen Sprache überzeugen.

Mit einer präzisen Deutsch Niederländische oder Englisch Niederländische Übersetzung gewinnen Sie das Vertrauen der niederländischen Konsumenten und Handelspartner.

Nutzen Sie daher meine Sprache für Ihren Erfolg!

Quellen

Bundesverband mittelständische Wirtschaft e.V. (2008, 3. März). Mittelstand braucht Sprachkompetenz für Auslandsmärkte [Pressemitteilung]. PDF-Datei

CILT, the National Centre for Languages. (2006). ELAN: Auswirkungen mangelnder Fremdsprachenkenntnisse in den Unternehmen auf die europäische Wirtschaft. Im Auftrag der Generaldirektion Bildung und Kultur der Europäischen Kommission. PDF-Datei

Sargent, B., Girardi, L. und Danielsen, J. (2007). Can’t read won’t buy. Präsentation auf der Global Information Industry Summit, Marriott, Berlin (GER), 5.-7.September 2007. PDF-Datei

Scholz, U. (2008). Marketing in den Niederlanden. Präsentation auf der Fontys Internationale Hogeschool Economie, Venlo (NL). PDF-Datei

The Gallup Organization. (2011, Mai). Flash Eurobarometer. User language preferences online. Im Auftrag der Generaldirektion Informationsgesellschaft und Medien der Europäischen Kommission. PDF-Datei

Pläne für größten Solarpark der Niederlande gecancelt

Die Pläne für den größten Solarpark der Niederlande unweit des Grenzortes Gennep wurden letzte Woche fallengelassen. Der geplante nachhaltige Energiepark De Brem mit 75.000 Solarmodulen wurde lokal und regional begrüßt und aktiv von der Provinz Limburg und der Gemeinde Gennep unterstützt. Aber ausgerechnet das im September 2013 vereinbarte vorläufige Nationaal Energieakkoord für eine nachhaltigere Energiepolitik in den Niederlanden bedeutet das Aus des Projektes.

Die Initiatoren des Solarparks sind erstaunt, mit ihrem Projekt keinen Beitrag an der niederländischen Energiewende leisten zu dürfen. Vor allem da es sowohl technisch als auch finanziell realisierbar ist und auf breite Unterstützung stößt. Dass Lage und Klima perfekt für die Anlage geeignet sind, zeigt der nur 12 Kilometer entfernt gelegene Solarpark am Flughafen Weeze-Niederrhein. 2011 wurde hier „in Rekordzeit die größte Photovoltaikanlage des Landes Nordrhein-Westfalen mit 60.000 polykristallinen Solarmodulen und einer Kapazität von 15 MW“ errichtet.

Was in Deutschland möglich ist, scheitert in den Niederlanden an der sogenannten ‚Postcoderoos‘ (buchstäblich übersetzt ‚Postleitzahl-Rose‘). Im Energieakkoord ist eine neue Regelung enthalten, wonach kooperative Energieproduktion auf lokaler Ebene mit einem Energiesteuernachlass gefördert wird. Grundlage für diese Regelung bildet die Postcoderoos. Demnach gilt der Steuernachlass nur für Abnehmer, deren Postleitzahl mit dem Standort der Anlage übereinstimmt, oder für Abnehmer, die in direkt angrenzenden Postleitzahlgebieten ansässig sind.

Postcoderoos
Beispiel einer Postleitzahl-Rose     © H. Bontenbal | www.burobontenbal.nl

Allerdings ist das Postleitzahlensystem nicht besonders gut dafür geeignet, da es für die Verbesserung der Postzustellung entwickelt wurde. Die Postleitzahlengebiete unterscheiden sich oberflächenmäßig sehr stark voneinander und haben außerdem eine unterschiedliche Besiedlungsdichte. Dadurch kann es zu sehr ungünstigen Situationen kommen, wie sich beim Energiepark De Brem herausstellte. Die Grenzregion Noord-Limburg ist sehr dünn besiedelt. Damit sich das Projekt rentiert, müssten, ausgehend von einem Partizipationsgrad von 50-60 %, vielmehr Haushalte in dem Postleitzahlengebiet des Solarparks und in seinen direkt angrenzenden Postleitzahlengebieten leben.

Die Regierung aber unterstützt trotz massiver Kritik weiterhin den ‘Postleitzahlen-Steuervorteil‘.

 

Quellen:

Bontenbal, H. (3 oktober 2013). Postcoderoos.

Simons, W. (28 november 2013). Initiatiefnemers zonnepark: “Wat in Duitsland kan, kan niet in Nederland”.